Namibia: „Vergib uns unsere Schuld“

(EKD/EKvW/wukomm) Mit einem Schuldbekenntnis und der Bitte um Vergebung hat sich die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) an die Nachfahren der Opfer des ersten Völkermordes im 20. Jahrhundert gewandt. Die im damaligen Deutsch-Südwestafrika begangenen Gräueltaten waren aus Sicht der meisten Historiker ein Genozid. „Als Nachfolgeinstitution des einstigen Evangelischen Preußischen Oberkirchenrats, der seinerzeit im Auftrag aller deutschen evangelischen Landeskirchen handelte, bekennen wir uns als Evangelische Kirche in Deutschland heute ausdrücklich gegenüber dem gesamten namibischen Volk und vor Gott zu dieser Schuld“, heißt es in einer EKD-Erklärung.vMit ihrer Erklärung begrüßt die EKD ausdrücklich den von der namibischen und deutschen Regierung begonnenen Weg der Verhandlungen und bittet darum, diesen fortzusetzen.

„Wir bitten die Nachfahren der Opfer und alle, deren Vorfahren unter der Ausübung der deutschen Kolonialherrschaft gelitten haben, wegen des verübten Unrechts und zugefügten Leids aus tiefstem Herzen um Vergebung“, heißt es in der Erklärung. Oberkirchenrat Ulrich Möller von der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) hofft, dass dieses Signal auch andere Beteiligte „zu Lösungen im Geist der Gerechtigkeit und der Versöhnung ermutigt“.

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