Seelsorger: zufrieden aber einsam

Seelsorgestudie

(DBK/wukomm) In Berlin ist die erste deutschlandweite quantitative Seelsorgestudie vorgestellt worden. Eine fünfköpfige Forschungsgruppe unter der Leitung von P. Prof. Dr. Eckhard Frick SJ (Professor für Spiritual Care am Uniklinikum München) hat dazu mehr als 8.000 in der katholischen Seelsorge tätige Personen befragt.

In der Studie geht es um Ressourcen, Anspruch und Belastung der pastoralen Berufe in der katholischen Kirche Deutschlands. Offenbar gibt es unter den 4.200 in der Studie befragten Priestern große Anfragen an den Zölibat. Nur knapp die Hälfte der befragten Priester ist demnach von der Ehelosigkeit überzeugt.

Hohe Ansprüche an Seelsorger

Hohe Ansprüche werden an das Seelsorgepersonal gestellt. Sie sollen möglichst ständig erreichbar sein, trösten können und spirituelle Orientierung geben. Dazu setzt man bei ihnen noch Leitungskompetenz voraus. Ein dickes Brett, das es da zu bohren gilt und eine Vielzahl an Erwartungen, die oft auch überfordern können.

Allerdings sind katholische Seelsorger mit ihrer Tätigkeit und ihrer Lebenssituation allgemein zufriedener als andere Arbeitnehmer. Eine „emotionale Einsamkeit“, die aber nicht allein durch den Zolibat herbeigeführt wird, belastet die befragten Priester allerdings häufiger als die Laien unter den befragten Seelsorgern. „Die äußeren Arbeits- und Lebensbedingungen müssen mit den jeweiligen Ressourcen, der persönlichen Stresswahrnehmung, der persönlichen Geschichte und der Position in der Seelsorge zusammen gesehen werden“, ist das Fazit des Forschungsteams. Trotz der allgemeinen Zufriedenheit und Leistungsbereitschaft gebe es allerdings Hauptamtliche, die für Unterstützung oder auch eine stärkere Berücksichtigung ihrer Fähigkeiten in der Seelsorge dankbar wären. Insoweit muss sicherlich auch die Kirche noch mehr für ihre Mitarbeiter tun.

Foto: Klaus Steves/pixelio.de

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