Gemeinsame Zukunft der Religionen

(ZDM/wukomm) Die am 27. Januar 2016 in Marrakesch verabschiedete Deklaration „über die Rechte religiöser Minderheiten in muslimisch dominierten Gemeinwesen“ wurde jetzt in Frankfurt/Main in einer deutschen Übersetzung vorgestellt.

Charta von Medina

Den Festvortrag bei der Präsentation hielt Professor Abdelmalek Hibaoui vom Institut für Islamische Theologie in Tübingen. Über 250 muslimische religiöse Autoritäten, Gelehrte sowie Staatsoberhäupter und Regierungsmitglieder aus der arabischen Welt, aber auch aus dem Iran, aus Pakistan und Indonesien hatten sich im vergangenen Jahr in der marokkanischen Stadt getroffen, um die „Charta von Medina“ (622 n. Chr.) zu bekräftigen.

Rechte von Minderheiten

Die muslimischen Führungspersönlichkeiten wollen mit der Deklaration zeigen, dass sie sich für eine gemeinsame Zukunft mit anderen Religionen sowie für gleiche Rechte von Minderheiten einsetzen. Eine deutsche Übersetzung des Textes gab es bislang nicht. Durch eine gemeinsame Initiative des Zentralrats der Muslime in Deutschland und des Zentrums Ökumene ist diese nun entstanden.

Inhalt der Erklärung

In der Erklärung heißt es unter anderem: „Wir rufen die Repräsentanten der verschiedenen Religionen auf, die Sekten und Spalter mit ihrem religiösem Fanatismus, sowie ihrer Schmähung und Ignoranz dessen, was Menschen heilig ist, zu konfrontieren, wie auch ihnen aufzuzeigen,  wo sie mit ihrer Sprache Hass und Fanatismus befördern, und halten abschließend fest, dass es respektlos ist, die Religion als Werkzeug für Anschläge auf die Rechte religiöser Minoritäten in muslimisch dominierten Ländern einzusetzen.“

Hier der gesamte Text der Marrakeschdeklaration als pdf-Datei.
Foto: WuKomm

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