Bischof in der Synagoge

Synagoge

(Bistum Essen/wukomm) Auf ihrer „Sommertour“ zu den vier jüdischen Gemeinden im Gebiet des Ruhrbistums haben Bischof Franz-Josef Overbeck und Weihbischof Wilhelm Zimmermann jetzt die Synagoge in Bochum besucht. Die Kirchenvertreter wollen angesichts des Erstarkens von Rechtsextremismus und Antisemitismus in Deutschland ihre Verbundenheit mit den Menschen jüdischen Glaubens zum Ausdruck bringen.

Ältere Geschwister

Im Gespräch mit dem Vorstand der jüdischen Gemeinde, Grigory Rabinovich, unterstrich Overbeck, dass die Beziehung zum Judentum und den Juden als älteren Geschwistern im Glauben immer einen großen Stellenwert im interreligiösen Dialog der Kirche haben müsse. Das Bistum Essen stehe fest an der Seite der jüdischen Gemeinden. Die beiden Bischöfe zeigten sich beeindruckt von den vielfältigen Aktivitäten der jüdischen Gemeinde in Bochum, nach Dortmund die zweitgrößte in Westfalen.

Synagoge

Wachsende Gemeinden

Durch den Zuzug jüdischer Übersiedler aus der ehemaligen Sowjetunion in den 90er Jahren sind die Gemeinden deutlich angewachsen. So kam es am Ostrand der Bochumer City 2007 zur Neueröffnung einer Synagoge, die 200 Menschen Platz bietet. Die Fassade des Baus mit großzügigen Fensterfronten, künstlerisch gestalteten Schriftzügen mit den Namen der zwölf Stämme Israels und mit zwölf Davidsternen gilt als Beispiel für zeitgenössische Sakralarchitektur. Die Gemeinde in Bochum bietet ihren Mitgliedern neben Freizeitmöglichkeiten und einem Sozialdienst auch Deutsch- und Hebräischunterricht, betreibt eine Begegnungsstätte für russischsprachige Zuwanderer, eine zweigruppige Kindertagesstätte und das Restaurant „Matzen“, in dem koscheres Essen serviert wird.

 

Fotos: Bistum Essen

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